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Nieheim feiert neues Prinzenpaar der Herzen

18. Januar 2020

Nieheims Narren feierten ausgelassen ihre Prinzen-Proklamation. Dieser denkwürdige Abend, wo sich ein Superlativ an das nächste reihte, war an Stimmung nicht zu überbieten. Wen man auch fragte, diese Proklamation hat so richtig Spaß gemacht. Und dass mit Dirk Guse und Marion Krücke zwei stadtbekannte und beliebte Nieheimer den Narrenthron bestiegen haben, brachte den ganzen Saal zum Toben.

Die Stadthalle war in närrischen Zeiten wohl noch nie so gut besucht worden wie an diesem Abend. Besonders die befreundeten Karnevalsvereine aus Beverungen, Bad Driburg, Pömbsen, Brakel, Merlsheim, Steinheim, Ovenhausen,  Peckelsheim, Willebadessen und Paderborn erschienen so zahlreich, dass die letzten Sitzreihen schon fast an der Tanzfläche grenzten. Präsident Josef Schunicht präsentierte ein attraktives und kurzweiliges Bühnenprogramm, obwohl das Programm-Ende dank des langen Einmarsches der frisch Proklamierten ein gehöriges Stück nach hinten rutschte.

Dabei fing zunächst alles wie gewohnt an. Nach dem Einmarsch vom Nieheimer Vorstand, dem scheidenden Prinzenpaar Martin Luchte mit seiner Prinzessin Kirsten Jakob, der Tanzgarde, den Husaren und dem Elferrat, begrüßte Josef Schunicht alle anwesenden Ehrengäste, die Gastvereine sowie alle anwesenden Nieheimer Narren. Nieheims Tanzgarden machten den Auftakt und stellten wieder ihre hervorragend einstudierten Tänze vor, die im Saal mit viel Beifall bedacht wurden. Lustig wurde es erstmals mit der proportionierten Erna, die rollende Dampfnudel aus Hessen. Nach dem Motto „fang schon mal an zu schimpfen, damit ich ins Bett finde“, geht Erna eindrucksvoll auf die  Unterschiede und Vorlieben der beiden Geschlechter ein. Der musikalische Wettstreit zwischen der rechten und linken Bühnenseite ging bei ihren angesungenen Gassenhauern allerdings unentschieden aus.

Heinrich Schulte-Brömmelkamp aus Kattenvenne sorgte dann für viele Lachtränen bei zahlreichen privaten Details, die er vor allem Präsident Josef Schunicht und Nieheims Bürgermeister Rainer Vidal entlockte. Aber auch sich selbst und seine eigene Frau nahm er gehörig auf die Rolle.

Die Emmersingers überraschten mit ihrem ersten Auftritt des Abends, denn Dennis Kappe am Schlagzeug hatte es in ihren Reihen bislang noch nicht gegeben. Die poppigen Versionen ihrer Lieder kamen jedenfalls bestens beim Narrenvolk an. Mit ihrem Schlusslied des ersten Aktes stieg die Spannung. Welches neue Prinzenpaar würde jetzt durch das Foyer in den Saal schreiten und den Jubel und die Gratulationen in Empfang nehmen:

Als Dirk Guse und Marion Krücke in ihren prinzlichen Gewändern in die Halle einzogen, kochte der Saal gänzlich über. Die Begeisterung für die beiden beliebten Nieheimer Karnevals-Größen sorgte dann für Sorgenfalten beim Präsidenten, dem schnell klar wurde, dass er sein Bühnenprogramm mal wieder nicht pünktlich beenden konnte. Das war aber auch so ziemlich das einzige Problem, denn fortan stieg die Stimmung beim Publikum von gut auf überragend. Mit begeisternden Gesängen sorgten sie bei der Vorstellung der Beiden immer wieder für Redepausen bei Josef Schunicht.

Es sei noch verraten, dass der aktuelle Vizepräsident Dirk Guse als „Prinz Dirk, der närrisch Baggernde“ und Marion Krücke als „Prinzessin Marion, die herzlichst auf´s Gramm Genaue“ proklamiert wurden. Den Rest in Worte zu fassen, erspart sich der Verfasser, denn die Zwei sind schließlich in ganz Nieheim bestens bekannt. Auch Bürgermeister Rainer Vidal hatte im Anschluss nur lobende Worte für das neue Prinzenpaar parat und empfindet es als Geschenk, zum Abschluss seines politischen Wirkens mit Prinz Dirk den Kampf um den Rathausschlüssel anzugehen.

Im Anschluss an die Proklamierung wurde es wieder tänzerisch. Erst zeigte Solomariechen Sophie Pruys ihr aussergewöhnliches Können mit ihrem Solo-Tanz. Die Bad Driburger Stadtgarde präsentierte sich in ihren Uniformen, begleitet von stimmungsvollen Liedern und machte den Weg frei für den Show-Tanz der Nieheimer Tanzgarde, die in ihren beeindruckenden bunten Kleidern im amerikanischen Look eindrucksvoll über die Tanzfläche wirbelten.

Doch mit dem finalen Schlussakt dieses Proklamationsabends sorgten die Emmersingers für die absolute Partystimmung. Es wurde getanzt und geschunkelt, während sich eine riesige Polonäse durch die Stuhlreihen und vor die Bühne schlängelte. Und als die Emmersingers ihr finales Lied „das Wappentier von Olle meh“ anstimmten, sang der ganze Saal wieder lautstark mit.

Fortan war das Bühnenprogramm beendet, doch gefeiert und gratuliert wurde zur Musik der Party-Band „Dolce Vita“ noch Stunden später, bis der letzte Narr zufrieden seinen Heimweg angetreten hat.

Thorsten Meier